Archiv für 31. Mai 2010
Gartenhaus – Aufbauanleitung
Viele Deutsche wollen sich zurzeit ein Gartenhaus kaufen. Ob für den Schrebergarten oder für das eigene Grundstück – die kleinen Holzhäuser sind beliebt. Doch wer ein Gartenhaus bauen möchte, der sollte einige Dinge beachten bevor er mit dem Bau anfängt. Denn häufig dauert die Vorbereitung länger als der tatsächliche Aufbau.
1. Geeigneten Platz finden
Zu allererst beginnt die Suche nach einen geeignete Platz. Es muss einem klar werden, wo man das Haus in den Garten stellen will.
Gibt es eine Stelle, die besonders sonnig ist? Ist der Boden eben? Wenn der Boden nicht eben ist, so wird dies später zu erheblicher Arbeit führen, denn das Fundament eines Gartenhauses sollte in jedem Fall vollkommen eben sein. Ist der Boden zu matschig? Auch hier sollten Sie beachten, dass Sie bei extrem weichen Grund eventuell tiefer graben müssen um später das Fundament zu errichten, da dieses auf einer festen Erdschicht fußen sollte. Des Weiteren sollte man auf niedrig hängende Zweige achten. Dies wird häufig vergessen, da man nur die Grundfläche und nicht auf Höhe des Hauses bei der Platzsuche im Kopf hatte. Schließlich sollten Sie bei vielen Gartenhäusern beachten, dass das Dach größer ist als der Grundbau und dort zusätzlicher Platz benötigt wird.
2. Baugenehmigung einholen
Hat man einen geeigneten Platz gefunden, so sollte man nicht schon sofort zur Tat schreiten. Viele Heimwerker vergessen in Ihrem Eifer eine kleine aber wichtige Formalität: die Baugenehmigung.
Zwar brauchen Sie nicht für jedes Gartenhaus eine solche Genehmigung, doch ab einer gewissen Größe oder ab einem gewissen Abstand zum Nachbargrundstück ist eine Genehmigung vom Bauamt nötig. Ab welcher Größe sie notwendig ist und wie teuer die Genehmigung ist, wird von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich gehandhabt. Man kann jedoch mit mehr als 50€ rechnen. Auch sollten Sie bei Ihrer Planung bedenken, dass das Bauamt oft mehrere Wochen Bearbeitungszeit benötigt. Auch wenn Sie letztendlich keine Baugenehmigung brauchen, sollten Sie sich im JEDEM Fall bei Ihrem örtlichen Bauamt informieren.
3. Fundament
Beim Fundament sind prinzipiell mehrere Varianten möglich. Welches die richtige Unterbau für Ihr Gartenhaus ist richtet sich nach der Bauweise des Hauses. Ist Ihr Gartenhaus klein und lediglich als Geräteschuppen angedacht, so genügt es, wenn Sie den Untergrund verdichten, also einstampfen und ebnen. Wer es etwas sicherer und weniger wasseranfällig mag, der sollte sein Haus auf Steinplatten aufbauen, die auf ebenen, gepressten Sand oder Kies verlegt wurden. Achten Sie dabei darauf, dass die Platten alle in gleichmäßiger Höhe sind, da sonst Ihr weiterer Aufbau erschwert wird.
Ist ihr Haus größer, windanfälliger und wollen Sie sich selbst darin aufhalten, so empfiehlt sich ein einbetoniertes Fundament. Auch hier gibt es mehrere Möglichkeiten:
Zum Einbau einer Fundamentplatte hebt man zunächst eine Grube aus, die etwas größer als die Grundfläche des Gartenhauses ist. Die Tiefe sollte gleichmäßig sein und etwa 30cm betragen, um einen sicheren Stand zu gewährleisten. Damit der nachher eingefüllte Beton seine Form bewahrt, ist es sinnvoll mit Hilfe von langen Brettern eine Randschalung herzustellen. Dies ist sozusagen die Verkleidung der Grubenwand, die verhindert, dass weiche Erde zurück in Ihre Grube fällt.
Nun kann man sich daran machen das Loch aufzufüllen. Hierbei ist wieder zu bedenken, dass das Fundament möglichst langlebig sein sollte. Daher empfiehlt es sich erst die Hälfte der Tiefe mit festem Kies zu füllen und danach den Rest mit Flüssigbeton aufzufüllen. Dazwischen eine Baufolie und nun nur noch den Beton gleichmäßig und eben verteilen und fertig ist das Fundament.
Haben Sie ein flächenmäßig großes, gleichmäßig schweres Gartenhaus, dann macht ein Streifenfundament Sinn. Vorteil hier ist, dass man kein 30 cm tiefes Loch ausgraben muss, sondern „nur“ 20 cm. Dieses wird wie bei der Fundamentplatte zur Hälfte mit Kies und zur Hälfte mit Beton aufgefüllt. Die Besonderheit beim Streifenfundament ist jedoch, dass Sie am Rand Ihrer Grube einen tieferen Abschnitt ausheben müssen. Dieser Bereich sollte eine Tiefe von 80cm haben. Die äußeren 30cm des Lochs sollten also eine Tiefe von 80 cm haben, während für den Rest der Grundfläche eine Tiefe von 20cm genügt.
Die gute Stabilität des Streifenfundaments kommt daher, dass der äußere Bereich komplett mit Beton ausgefüllt wird und somit eine Betonschale um die Grundfläche entsteht.
Ist die Grundfläche groß, so lässt sich durch ein Streifenfundament Beton sparen. Allerdings muss man tiefer graben, was sehr aufwendig seien kann.
4. Unterbau
Nun können Sie damit anfangen auf Ihrem Fundament einen Unterbau zu erstellen. Stellen Sie nicht einfach Ihr Haus auf das Fundament, da sonst die Gefahr besteht, dass Wasser leicht einziehen kann.
Für den Unterbau legen Sie am besten mit Balken den Grundriss der äußeren Wände ihres Hauses ab. Seien Sie hier präzise, denn dort wird das hohe Gewicht der Wände lasten. Dann verbinden Sie diesen äußeren Rand mit einen Netz von inneren Balken und befestigen Sie diese miteinander. Nun können Sie mit dem Aufbau ihres Gartenhauses beginnen.
Ab hier sollten Sie den Anweisungen Ihrer Bauanleitung folgen und Ihr Gartenhaus entsprechend aufbauen.